Projekt Beschreibung

Der Dachs von SenerTec spart Strom in der Schule
Symbolischer Dreh am Hauptschalter (von links): Sven Boris Kämmerling, Gudrun Kämmerling (beide Institut Schloß Wittgenstein), Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann, Heizungsbauer Thomas Schröder, Elektriker Matthias Dörr und Karl-Heinz Wittig von der Energiesysteme-Firma SenerTec in Lüdenscheid.
Bad Laasphe. Jetzt auch ganz offiziell: Das Bad Laaspher Institut Schloß Wittgenstein nimmt ein frisch installiertes Blockheizkraftwerk für die meisten Schulgebäude auf dem Gelände in Betrieb. Die neue Anlage soll helfen, nachhaltig Energie zu sparen. Eine zweite ähnlichen Kalibers für das Schloss selbst ist bereits in Bau.
Das Einsparpotenzial
Mit „rund 40 000 Euro pro Jahr“ oder 40 Prozent Ersparnis bei Strom- und Heiz-Kosten rechnet Kämmerling dank des neuen BHKWs. Und damit, dass sich die Anlage bereits in drei bis vier Jahren amortisiert. Eine ehrgeizige Perspektive bei einer Investition von rund 150 000 Euro.
Info
Stromerzeugung mit echtem VW-Motor.Beim neuen Blockheizkraftwerk für die Schulen auf Schloss Wittgenstein zum Einsatz kommen zwei Module „Dachs Pro 20“ des Herstellers SenerTec, Schweinfurt. Jedes der Module erzeugt bis zu 20 Kilowatt elek­trische Leistung – plus 36 Kilowatt an Wärme. Gespeist wird das System mit Erdgas. Für die Stromerzeugung läuft im Innern des BHKW übrigens mit dem „EcoBlue 2.0“ ein VW-Gasmotor mit vier Zylindern und zwei Liter Hubraum, wie er auch im VW Caddy oder im VW Touran steckt.Er sei es einfach satt gewesen zu sehen, so Kämmerling, wie die Stromabnahme bei laufendem Schulbetrieb samt Mensa pro Tag auf bis zu 180 Kilowattstunden steigt – „wenn in der Großküche der Betrieb anfängt“.
Der Umbau
Dem gegenüber war die Zeit für den Umbau der bestehenden Erdgas-Heizungsanlage überschaubar: „Zwei Wochen“, so der Banfer Heizungsbauer Thomas Schröder. Sicher: „Es müssen auf dem Gelände viele einzelne Gebäude versorgt werden“, sagt Karl-Heinz Wittig von der Firma SenerTec, dem Hersteller des Heizkraftwerks mit Sitz im bayerischen Schweinfurt und einem Vertriebscenter in Lüdenscheid – „aber zum Glück über nur einen Stromanschluss“. Das habe die Installation einfacher gemacht.
Die Umwelt-Bilanz
Die Werte der neuen Anlage, die seit einigen Tagen schon zur Probe läuft, können sich sehen lassen: „Wir sparen rund 30 Prozent beim CO2 ein“, zieht Karl-Heinz Wittig vom SenerTec-Center in Lüdenscheid eine positive Umweltbilanz. Mehr noch: „Das Gerät ist sehr leise“, versichert der Geschäftsführer. „Noch leiser als die eigentliche Heizung, wenn der Brenner läuft.“ Gefördert wird das Energiespar-Projekt am Schloss unter anderem aus Mitteln des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Betrieb und Wartung
Dank Fernwartung über das Internet haben sowohl Kämmerling als auch Heizungsbauer Schröder und Hersteller SenerTec stets den Überblick, wie die Anlage gerade läuft – und wo es vielleicht gerade Störungen gibt. Der alte Heizkessel diene als Absicherung, so Sven Boris Kämmerling.Und im Sommer? Wenn die Schulgebäude mit immerhin rund 10 000 bis 12 000 Quadratmetern Nutzfläche gar nicht beheizt werden müssen? „Fahren wir die Anlage auch erst gar nicht“, erläutet Karl-Heinz Wittig von SenerTec.Mit dem neuen BHKW erreicht das Institut allerdings nicht alle Schulräume. So werden acht Klassenzimmer der Realschule noch über einen herkömmlichen Erdgas-Kessel beheizt. Das könnte sich jedoch ändern, sollte der Kessel eines Tages kaputtgehen. Dann, so Kämmerling, könne auch für diesen Bereich energiesparende BHKW-Technik sinnvoll sein. Ziel sei ohnehin mittelfristig eine zentrale Heizungsanlage.Ein zweites Blockheizkraftwerk ähnlichen Kalibers wie schon jetzt in der Schule wollen die Kämmerlings schon in Kürze auch im Schloss Wittgenstein selbst einschalten, um dort ebenfalls Energie zu sparen. Hier sei die Installation im Gewölbekeller übrigens etwas schwieriger gewesen, verrät Sven Boris Kämmerling – nicht zuletzt wegen des Denkmalschutzes.

Projekt Details

  • Datum 30. November 2015
  • Tags News

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